Die Ehrenbürgerin Emma Mumm von Schwarzenstein

© 2002 Rudolf Edinger
1852-1922

 

Wappen Mumm

 

 

Emma Mumm - aus der Familie der Sekt- und Weinfirma Mumm aus Frankfurt am Main - wurde im Jahr 1852 als Emma Passavant geboren.

Sie ist in Johannisberg als große Wohltäterin in Erinnerung geblieben.

 

 
Landsitz der Familie Mumm
Villa Mumm und Schloß Johannisberg
Getönte Federlithographie. J. A. Lasinsky 1828. / Frankfurt am Main

Im Johannisberger Landhaus der Mumm´s, denen Ihr ehemals abgelegter Adelstitel "von Schwarzenstein" 1873 von Preußen erneuert worden war, trafen sich zum Ende des 19. Jahrhunderts stets "Große Gesellschaften. Dort wohl häufiger zu Gast waren u. a. der für die Hohenzollern tätige Maler Norbert Schrödl (1842-1912), Oberbürgermeister Adickes aus Frankfurt und General von Eichhorn.

Als Unterkunft für Frankfurter Stadtkinder, bei deren Schul- und Ferienwanderungen ließ Emma Mumm in Assmanshausen und in Johannisberg Schülerheime erbauen Die Gebäude wurden beide im Jahr 1912 eingeweiht. In dem ehemaligen Johannisberger "Schülerheim" befindet sich heute das Hotel Neugebauer.

 

   

Außerdem gründete Sie eine Stiftung für "kranke und bedürftige Leute". Aus einem Brief des hiesigen Pfarrers Labonte vom 17. Juni 1911 entnehmen wir das "Die hier begüterte Frau v. Mumm, liberal-politisch und von 4 Millionen Mark Einnahmen jährlich, sich bereit erklärt, eine Kleinkinderbewahrschule (Kindergarten) einzurichten".

Bei einer Weinprobe im Jahr 1911 lies Emma Mumm den Gästen den Wein einschenken, der ihre Familie einst zu großem Reichtum verholfen hatte: den 1811er Johannisberger Schlosswein.

Für Ihre großen Verdienste um Johannisberg wurde sie im Jahr 1913 zur Ehrenbürgerin Johannisbergs ernannt.

Auch für die Johannisberger Vereine war Emma Mumm da. So stiftete sie z. B. bei der Gründung des hiesigen Fußballvereins "SV Johannisberg" im Jahr 1919 einen namhaften Betrag zur Anschaffung der ersten Bälle.

In Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) - der zur Gründung des Deutschen Reiches führte - stiftete Emma Mumm das Kriegerdenkmal - das sich am rechten Waldrand über der Schloßheide befindet. Am 30. September 1921 wurde es eingeweiht. An der feierlichen Einweihung beteiligten sich ca. 500 Personen - zum Teil mit Fahnenabordnungen -  und Frankfurter Schülerinnen, aus dem in unmittelbarer Nähe liegenden Schülerheim, mit dem Liedvortrag: "Auferstehung".

Die Gemeinde Johannisberg hatte sich bei der Stiftung des Denkmals dazu bereit erklärt nicht nur das Gelände bereitzustellen, sondern auch den Platz anzulegen und diesen zu unterhalten.
Kriegerdenkmal des Krieges 1870/71
nach einem Entwurf von Professor Angermeier aus München.

 

Emma Mumm starb am 11. November 1922. In ihrem Nachruf war zu lesen: "Das sie dem Wohlergehen des Gemeinwesens und seiner Bürgerschaft stets das weitgehende Interesse entgegenbrachte und ihm allzeit, insbesondere während der harten Kriegsjahre, die tatkräftigste Unterstützung zuteil werden lies".

Die Nachfahren der Emma Mumm von Schwarzenstein tragen im übrigen seit 1933 statt dem Titel "von Schwarzenstein" den Titel: "von Mumm".

 

     
Quellen:

"Johannisberg im Rheingau", Struck, Wolf Heinrich

"Genealogie Mutz - Frensel" http://home.arcor.de/maramut/

   
     
"Ruine Schwarzenstein"
 
 

 

 

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